>

Initiative

Sichere Orte für 14 Millionen Kinder und Jugendliche in über 200.000 Einrichtungen schaffen

Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen findet täglich, real und überall statt. Sexueller Missbrauch gehört noch immer zum Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland. Die Initiative „Kein Raum für Missbrauch“ der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs hat zum Ziel, dass alle Einrichtungen und Organisationen in Deutschland wie Schulen, Kindertagesstätten, Heime, Sportvereine, Kliniken und Kirchengemeinden ebenso wie Anbieter von Kinder- und Jugendreisen Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention einführen. Sie sollen zu Orten und Erfahrungsräumen werden, an denen Kinder und Jugendliche wirksam vor sexueller Gewalt geschützt sind. Die Initiative richtet sich an alle in Einrichtungen und Organisationen Tätigen und betont die Bedeutung der Leitungskräfte, damit es gelingt, Verantwortung für den Kinderschutz wahrzunehmen. Schutzkonzepte stärken haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte und Akteure in ihrer Rolle als kompetente Ansprechpersonen, bei denen Kinder und Jugendliche Unterstützung und ein vertrauensvolles Gegenüber finden. Wenn Maßnahmen der Prävention und Intervention passgenau und mit Bedacht in den einzelnen Einrichtungen entwickelt werden, können die Spielräume von möglichen Tätern und Täterinnen eingeschränkt und die Einrichtungskultur im Sinne der Achtsamkeit verbessert werden.

Während in der ersten Phase der Initiative von 2013 bis 2015 insbesondere Fachkräfte und Eltern dazu ermutigt wurden, Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in Einrichtungen zu entwickeln bzw. einzufordern, geht es nun verstärkt darum, Hinweise für die Weiterentwicklung dieser Konzepte zu geben und so die flächendeckende Einführung in allen Einrichtungen und Organisationen zu unterstützen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten.

Mit der Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ wird ein Schwerpunkt  auf Schule gelegt, weil auch Schule einen Kinderschutzauftrag hat. In den 30.000 Schulen kann die größte Zahl von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erreicht werden.

Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt zu schützen, ist unser gemeinsames Ziel. Weil wir wissen: In jeder Schulklasse gibt es im statistischen Mittel 1-2 Kinder, die betroffen sind von sexualisierter Gewalt. Deswegen müssen wir diejenigen unterstützen, die jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen arbeiten oder Verantwortung für sie tragen. Sie brauchen das nötige Wissen, damit sie Missbrauch in Familien, Schulen und Freizeiteinrichtungen erkennen und in der Lage sind, richtig zu reagieren. Nur so können Kinder und Jugendliche besser vor Übergriffen geschützt werden.


Die Initiative „Kein Raum für Missbrauch“ will dazu beitragen, dass Schutzkonzepte in allen 200.000 Einrichtungen und Organisationen in Deutschland zum gelebten Alltag gehören. Das Ziel ist es, . gemeinsam mit Leitungskräften und allen anderen Akteurinnen und Akteuren wirksame und passgenaue Schutzkonzepte zu entwickeln und Zugang zu Hilfe bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen.


„Kein Raum für Missbrauch“ gibt allgemeine Informationen zu Schutzkonzepten sowie spezifische Hinweise für die Bereiche Schule, Kita, Heime, Reisen, Sport und Freizeit sowie Gesundheit. Wer in seinem Handlungsfeld für den Schutz von Kindern und Jugendlichen aktiv werden möchte, findet hier Hinweise und Ideen, wie ein Schutzkonzept entwickelt und dadurch mehr Handlungssicherheit im Kontext sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gewonnen werden kann.


Ihre Kerstin Claus


Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs seit 2022


 

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:

0800 2255530
(kostenfrei und anonym)